Das Inferno in mir

Liebes,

dachtest du wirklich, du wirst mich los? Dachtest du
wirklich, du lässt mich zu Hause zurück? Zweitausend
Kilometer halten mich doch nicht auf, um bei dir zu sein. Ja
und zur Strafe habe ich es dir so richtig versaut. Es war
spannend zu beobachten, wie sich deine Finger immer
fester um die Reling klammerten und du darüber nach
dachtest zu springen. Den Seegang verträgst du nicht so
gut. Und dann kam auch noch ich. Das hat dich Weiterlesen

Das nachmittägliche Glanzstück…

…oder wie ich den Kundendienst um eine Anekdote bereichere!

Gestern war der Reparateur für das Urinal der Herrentoilette im Büro und ich verkündete freudestrahlend der überwiegend männlichen Belegschaft, dass alles wieder gut wird. Heute, allein im Büro, denke ich mir, ich probiere das neue Wunderding mal aus. Stehe also davor und es passierte nichts. Ich drücke auf den Sensor, wische mit den Fingern drüber, knalle die Hand dagegen, doch es kommt auch nach dem fünften Versuch kein Wasser. Verdammt, denke ich, jetzt hast du es schon angekündigt und der Weltfrieden ist wieder hergestellt und jetzt geht das doofe Ding nicht.

Also fix das Telefon ans Ohr, um Weiterlesen

Die Wahrheit, was Schönes und jede Menge Glitzer

Vor einiger Zeit sagte ein recht schlauer Mensch zu mir, ich solle endlich aufhören, ständig Dinge zu tun, die ich nicht will…er sagte es sehr oft zu mir. Er sagte es so oft, bis ich endlich begann, es umzusetzen. Und ich mit jedem Schritt mehr Gefallen daran fand. Und er sagte, ich solle zur Abwechslung damit anfangen, zu sagen was ich denke (er ist wirklich schlau). Auch das gefällt mir. Und dann gibt es noch jemanden, der propagiert „die Wahrheit oder was Schönes“ (er ist auch schlau, aber dummerweise jemand, dem man seine Sicht aus der Nase ziehen muss). Das gefällt mir auch. Weiterlesen

Wer hier zwischen den Zeilen sucht wird nichts finden.

Berufsbedingt weiß ich alles über meinen Zustand. Ich kann Ihnen einen kleinen Roman über meine Nerven erzählen. Die platzen fast obwohl sie das ja gar nicht können und man kann davon ganz leicht weiße Mäuse sehen wo niemals welche sind. Ich sehe ständig weiße Mäuse. Und das bei klarem Verstand. Oder eben was davon noch brauchbar ist. Sie müssen wissen ich bin von Natur aus äußerst kopflastig. Und wenn ich jetzt jemandem vor den Kopf stoße tut es mir leid. Das tut es diesmal wirklich. Ich würde so gern und wenn ich könnte würde ich auch. Weiterlesen

Toleranz, joyclub, Gangbang und die anderen 10%

Beim Versuch ein klein wenig sensibel zu bleiben gegen die Sexualisierung dieser Welt (und gleichzeitig auch meine), begegnen mir immer wieder allerlei seltsame Dinge. Ich vermute, ich fange laut an zu schreien, wenn mir in nächster Zeit ein PussyPic (bei dem ich bis in den Magen schauen kann und das nicht meine zeigt) vor die Augen kommt. Auch bei der so genannten erotischen Aktphotographie von exhibitionistisch angehauchten Pärchen unter dem Deckmantel der ästhetischen Bildbearbeitung schwillt mir ganz leicht der Kamm. Ich würde gern etwas vorbehaltloser sein, doch das fällt zugegebenermaßen schwer. Weiterlesen

Bitte male mir die Realität rosa an

Manche bekommen eine Nervenattacke wegen eines Brötchens auf dem Asphalt und andere, weil es ist wie es ist. Man schafft es gerade so, die Tür der Umkleidekabine hinter sich zu schließen. Man wird nach unten gezogen, die Mütze in den Händen und dann entlädt sich ein Jahr in einem Sturzbach. Das sitzen in dieser Kabine an sich ist nicht unangenehm. Die Enge und die Wärme haben etwas Kokonartiges. Man sitzt in diesem kleinen Quadratmeter. Die Zeit steht still und man kann nicht aufhören. Man denkt, es sei besser aufzustehen, doch das ist nicht möglich. Die bleierne Schwere im Körper. Die Stimmen von außen machen Angst, doch wäre man dankbar, wenn jemand einen Arzt mit einer Tasche voller Tranquillanzien schickt. Kein Taschentuch, keine Wanne, die das alles auffangen kann. Man denkt, man sollte besser nach draußen gehen und schafft es, den Mantel abzulegen. Bei jedem abgelegten Kleidungsstück ein neuer Schub. Weiterlesen

Organspende

Hier der Original-Ton einer Unterhaltunge zweier ältere Pärchen (Er1 + Sie1, Er2 + Sie2 – genannt Tutti), alle beteiligten Personen haben das 70. Lebensjahr vollendet. Thema der Unterhaltung: Organspende.

Er1: Sag mal habt ihr das gehört mit dem neuen Organspendeausweis?
Sie1: Habt Ihr so einen Ausweis?
Tutti: Was wollen die von uns Alten noch für Teile wiederverwenden?
Er2: Na denn Pimmel.
Sie1: (lacht) Na klar, Weiterlesen

Die Kleine lernt laufen…

Es kommt selten vor, dass ich mich wundere, doch heute ist es geschehen. Ich habe etwas entdeckt, nur was ganz unscheinbares – einen Blog.

Nichts ist an dem Blog sensationell oder besonders, außer der Autor.

Vor etwas weniger wie einem halben Jahr musst ich für mich eine Grenze ziehen, da es so einfach nicht mehr weiter gehen konnte. Und leider ist diese Grenze höher, größer, weiter geworden als es mir eigentlich Recht ist. Durch viele kleine Löcher im Grenzzaun kann man allerdings erkennen, was sich dahinter tut und so nach und nach formt sich daraus ein Bild und man kann eine Entwicklung beobachten. Weiterlesen

Beziehungen

Sie ist kein Beziehungsmensch, doch sie lebt in einer. Sie hat über ein Jahr in totaler Monogamie zugebracht, bis sie vor ein paar Wochen das Jagdfieber erneut packte. Nicht weil sie schlechten Sex hat, doch sie langweilt sich. Warum sie dabei immer wieder an gebundene Männer gerät, kann sie selbst nicht genau sagen, aber sie versucht immer das Beste aus allem heraus zu holen, denn gebundene Männer mit außerehelichen Ambitionen gibt es wie Sand am Meer und sie läuft weniger Gefahr, irgendwelchen Gefühlsdusseleien zum Opfer zu fallen. Diese mag sie so gar nicht. Nach einer dieser Dusseleien, die sie vor ein paar Jahren fast den Verstand gekostet hat, hat sie sich vorgenommen, sich auf so etwas möglichst nicht mehr einzulassen und bis jetzt hat es hervorragend funktioniert. Was sie ihrem jetzigen Gefährten so natürlich nicht sagen kann. Man kann sich vorstellen, dass er dafür wenig bis gar kein Verständnis aufbringen würde und sie will ihn nicht unnötig belasten. Dafür liebt er sie zu sehr und dafür diskutiert sie zu ungern. Sie hat keine Lust, ihm Dinge zu erklären, die er nicht verstehen will. Weiterlesen