Das Inferno in mir

Liebes,

dachtest du wirklich, du wirst mich los? Dachtest du
wirklich, du lässt mich zu Hause zurück? Zweitausend
Kilometer halten mich doch nicht auf, um bei dir zu sein. Ja
und zur Strafe habe ich es dir so richtig versaut. Es war
spannend zu beobachten, wie sich deine Finger immer
fester um die Reling klammerten und du darüber nach
dachtest zu springen. Den Seegang verträgst du nicht so
gut. Und dann kam auch noch ich. Das hat dich Weiterlesen

Die Wahrheit, was Schönes und jede Menge Glitzer

Vor einiger Zeit sagte ein recht schlauer Mensch zu mir, ich solle endlich aufhören, ständig Dinge zu tun, die ich nicht will…er sagte es sehr oft zu mir. Er sagte es so oft, bis ich endlich begann, es umzusetzen. Und ich mit jedem Schritt mehr Gefallen daran fand. Und er sagte, ich solle zur Abwechslung damit anfangen, zu sagen was ich denke (er ist wirklich schlau). Auch das gefällt mir. Und dann gibt es noch jemanden, der propagiert „die Wahrheit oder was Schönes“ (er ist auch schlau, aber dummerweise jemand, dem man seine Sicht aus der Nase ziehen muss). Das gefällt mir auch. Weiterlesen

Ein kleines Vexierbild

Die Verwüstung in ihrem Garten betrachtend machte sie sich auf und kroch zwischen die Sträucher am Zaun. Dort hatte ihre Nachbarin einen ansehnlichen Haufen ihrer eigenen Splitter abgeladen. Sie zog einen Müllsack hinter sich her und las die Splitter ihrer Nachbarin schweigend auf. Anschließend zog sie den vollen Sack zu ihren eigenen, die schon an der Wand der Gartenlaube lehnten. Auf einen mehr oder weniger kam es nicht an. Sie drehte sich um und beobachtete ihre Nachbarin wie diese mit einer großen Schaufel das Loch in ihrem eigenen Garten wieder mit Erde füllte. Deren Krater erschien ihr viel kleiner als der ihre. Weiterlesen

Wer hier zwischen den Zeilen sucht wird nichts finden.

Berufsbedingt weiß ich alles über meinen Zustand. Ich kann Ihnen einen kleinen Roman über meine Nerven erzählen. Die platzen fast obwohl sie das ja gar nicht können und man kann davon ganz leicht weiße Mäuse sehen wo niemals welche sind. Ich sehe ständig weiße Mäuse. Und das bei klarem Verstand. Oder eben was davon noch brauchbar ist. Sie müssen wissen ich bin von Natur aus äußerst kopflastig. Und wenn ich jetzt jemandem vor den Kopf stoße tut es mir leid. Das tut es diesmal wirklich. Ich würde so gern und wenn ich könnte würde ich auch. Weiterlesen

Bitte male mir die Realität rosa an

Manche bekommen eine Nervenattacke wegen eines Brötchens auf dem Asphalt und andere, weil es ist wie es ist. Man schafft es gerade so, die Tür der Umkleidekabine hinter sich zu schließen. Man wird nach unten gezogen, die Mütze in den Händen und dann entlädt sich ein Jahr in einem Sturzbach. Das sitzen in dieser Kabine an sich ist nicht unangenehm. Die Enge und die Wärme haben etwas Kokonartiges. Man sitzt in diesem kleinen Quadratmeter. Die Zeit steht still und man kann nicht aufhören. Man denkt, es sei besser aufzustehen, doch das ist nicht möglich. Die bleierne Schwere im Körper. Die Stimmen von außen machen Angst, doch wäre man dankbar, wenn jemand einen Arzt mit einer Tasche voller Tranquillanzien schickt. Kein Taschentuch, keine Wanne, die das alles auffangen kann. Man denkt, man sollte besser nach draußen gehen und schafft es, den Mantel abzulegen. Bei jedem abgelegten Kleidungsstück ein neuer Schub. Weiterlesen

Neugierige Katzen verlieren zuweilen die Schnurrhaare!

Nachtrag 04. April 2011

 

Ich habe eine bad-hair-week, Schokoladenpickel und wünsche mir einen mittelschweren Migräneanfall, der mich ein paar Tage ins Bett schickt.

Der eine sendet regards from Chantilly and asked what ist the female version of “mon dieu” (hoffentlich bleibt er dort noch sex Wochen), der andere sitzt verschnupft in München und fragt, ob ich ihn Donnerstag am Bahnhof empfange (roter Teppich?) und ich liege eingewickelt in eine Decke auf meiner Terrasse und gebe mich dem trügerischen Gedanken hin, dass ich bis Donnerstag alles gelöst haben könnte. Dabei fällt mir heute alles etwas schwerer. Auch das Denken. Mein Kopf ist wattig, als hätte ich getrunken. Und die Geräusche scheinen auch von weit her zu kommen. Vielleicht kann mir jemand mal einen Subtext dazu schreiben. Wäre jemand so freundlich? Weiterlesen

Der Deal

Das Gespräch war beendet.

Er war ruhig geblieben, hatte versucht den friedlichen Weg zu gehen, ihr nicht auf die Füße zu treten, sie nicht zu verletzen und ihr trotzdem klar zu machen, dass es so für ihn nicht funktioniert. Letzteres war ihm nicht gelungen. Eigentlich enden solche Gespräche im Streit. Aber er stritt sich nicht. Nie.

Nun saß er in seinem Wohnzimmer und fühlte sich erschöpft. Er spürte diesen Druck auf der Brust, fühlte sich angestrengt und irgendwie eingeengt. Dieses Gefühl ist ihm sehr zu wider und er empfindet es manchmal schlimmer als körperlichen Schmerz. Weiterlesen