Leserbrief Spiegel Heft 02/2012

Es mag sein, dass die Optimisten der Evolution mithin der Geschichte den Schwung gegeben haben. Aber für Geschichten sind Siegertypen nicht gemacht. Das gilt nicht nur für das fiktionale, sondern auch für das wahre Leben. Wer Widrigkeiten des Lebens weg schiebt, ist unspannend und taugt nicht für die große Literatur; wohl auch nicht für die kleine. Es ist nicht das “Schoßkind des Glücks” Gustav Gans, sondern Donald Duck, der etwas zu erzählen hat.

Aber die Idee ist gut…

Ort: Wohnzimmer

Zeit: ca. 22.15

Ich: Ich bräuchte jemanden, der mit mir mal paar Wochen mein Leben tauscht.

F: Aber nicht in allen Lagen tauschen…bitte.

Ich: Oh doch.

F: Nö ich stehe nur auf Frauen…

Ich: Du musst ja nicht mit ihm schlafen. Nur Konversation, Wein und paar Nüsse.

F: Das würde ich grad noch schaffen, aber gewachsen würde ich ihm nicht sein….

Ich: Das macht nichts. Du musst eh nur zuhören. Und es ist ganz einfach, an den richtigen Stellen zustimmend zu grunzen.

F: Das ist gemein…

Ich: Nee ehrlich.

Fabio Capone´s Gedanken zu Frauen

Wäre dies ein Film, würde ich im Halblicht, Zigarre rauchend in einem Sessel sitzen, kurz leise aber hörbar schmunzeln während ich nach meinem Weinglas greife.

Würde von meiner wilden Jugendzeit erzählen und erwähnen, dass aber heute alles anders ist.

Das die Frau von heute sich für emanzipiert hält, es aber bei weitem nicht ist, da sie sich von ihrer Frauenrolle totalstens entfernt hat.

Ich würde sagen, dass ich mich für überdurchschnittlich gebildet, der Logik sehr zugewandt, romantisch und einfühlsam halte.

Dazu müsst ich am Rande natürlich erwähnen, dass mein Verdienst Hand in Hand mit meiner Intelligenz geht. Weiterlesen

Die Politik der Wünsche und der Lerneffekt

Eins gleich vorweg – ich bin kein Esoteriker

Wenn es mir schlecht geht lese ich. Ich verschlinge Unmengen an Büchern und begeistere mich in schlechtem Gemütszustand für allerlei Thematik, die ich mit klarem Kopf wahrscheinlich eher nicht anrühren würde. Nach der ersten schlimmen Herzensangelegenheit hielt Solschenizyn Einzug in meinen Kopf und bei der letzten Leopold Bloom. Nachdem ich mir im März so manche Stunde mit Mr Bloom um die Ohren geschlagen hatte, fiel mir in meinem Bücherschrank ein Buch in die Hände, welches dort schon unbeachtet einige Jahre Staub ansetzen konnte. Es handelte vom Wünschen und dem Weg zum richtig formulierten Wunsch. In einer der ganz dunklen Stunden, die ich vorzugsweise nachts in meiner DekoKüche zu brachte, beschloss ich es auszuprobieren (denn schlimmer konnte es sowieso nicht kommen) und stapelte gleich richtig hoch. Ich wünschte mir zwei vollkommen absurde Dinge, die SO im Normalfall eigentlich nicht zustande kommen können. Das ganze garnierte ich mit einem Zeitlimit, noch ein paar Extras (um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen; schließlich sollte es ja nicht nach Zufall aussehen) und schickte meine Wünsche nach Anleitung in die Weiten des Universums. Weiterlesen

Metamorphose

Es riecht nach Gier. Ich kenne diesen Geruch. Wie eine kleine Zelle nehme ich es auf in mein Vakuum. Genießen der sinnlichen Defensive. Ein Paradoxon, wie die Zahnräder perfekt ineinander greifen und man sich selbst einbildet, eingreifen zu können. Ein exorbitanter Genuss, das Selbst in einem anderen Körper zu beobachten. Eine interdisziplinäre Horizonterweiterung gleich einer metamorphosischen Hure. Psychische Penetration zu eigener Befriedigung im Gegensatz zu substanzloser Körperlichkeit. Urlaub in Utopia. Dort soll es jetzt sehr reizend sein. Retrospektive Muse ohne perverse Überschusskontrollfunktion. Alle Einflüsse mischen zu einem sinnlichen Dinner. Es genügt, wenn man es erkennt.