Chefchen und ich die Zweite

Der folgende Dialog entspricht der Wahrheit. Etwaige Ähnlichkeiten mit echten oder unechten Personen sind gewollt.

Chefchen letztens zu mir: Was hältst du eigentlich von einem Pärchenabend? (Obacht…seltsame Frage)

Ich: Hä? (erstmal dumm stellen)

Er: Wir sind ja ein Paar….A-Hörnchen und B-Hörnchen wollen mal abends vorbei kommen und wir kochen was und solche Veranstaltungen.

Was sage ich jetzt? Die letzten vierzehn Tage war ich schließlich gegen alles: Ja klingt doch gut. (glücklicherweise kann er mich nicht sehen)

Er: Ist das dein Ernst?

Ich: Ja. (NEIN)

Er: Los, sei ehrlich. (er kennt mich) Weiterlesen

Ein kleines Vexierbild

Die Verwüstung in ihrem Garten betrachtend machte sie sich auf und kroch zwischen die Sträucher am Zaun. Dort hatte ihre Nachbarin einen ansehnlichen Haufen ihrer eigenen Splitter abgeladen. Sie zog einen Müllsack hinter sich her und las die Splitter ihrer Nachbarin schweigend auf. Anschließend zog sie den vollen Sack zu ihren eigenen, die schon an der Wand der Gartenlaube lehnten. Auf einen mehr oder weniger kam es nicht an. Sie drehte sich um und beobachtete ihre Nachbarin wie diese mit einer großen Schaufel das Loch in ihrem eigenen Garten wieder mit Erde füllte. Deren Krater erschien ihr viel kleiner als der ihre. Weiterlesen

Beziehungen

Sie ist kein Beziehungsmensch, doch sie lebt in einer. Sie hat über ein Jahr in totaler Monogamie zugebracht, bis sie vor ein paar Wochen das Jagdfieber erneut packte. Nicht weil sie schlechten Sex hat, doch sie langweilt sich. Warum sie dabei immer wieder an gebundene Männer gerät, kann sie selbst nicht genau sagen, aber sie versucht immer das Beste aus allem heraus zu holen, denn gebundene Männer mit außerehelichen Ambitionen gibt es wie Sand am Meer und sie läuft weniger Gefahr, irgendwelchen Gefühlsdusseleien zum Opfer zu fallen. Diese mag sie so gar nicht. Nach einer dieser Dusseleien, die sie vor ein paar Jahren fast den Verstand gekostet hat, hat sie sich vorgenommen, sich auf so etwas möglichst nicht mehr einzulassen und bis jetzt hat es hervorragend funktioniert. Was sie ihrem jetzigen Gefährten so natürlich nicht sagen kann. Man kann sich vorstellen, dass er dafür wenig bis gar kein Verständnis aufbringen würde und sie will ihn nicht unnötig belasten. Dafür liebt er sie zu sehr und dafür diskutiert sie zu ungern. Sie hat keine Lust, ihm Dinge zu erklären, die er nicht verstehen will. Weiterlesen

Zur Oxford-Station eine halbe Stunde

Ich habe Hunger, doch ich brauche nichts zu essen. Einfach unfair sein wollen dürfen, wenn man es will. Und dann kommt doch der Verstand dazwischen und erklärt, dass man keinen Grund dazu hat und nicht haben darf. Ja so einfach ist das oder eben nicht. Ich frage mich, ob man Emotionalität verlernen kann oder ob es nur einfach daran liegt, dass das Gegenüber die Dinge anders wahrnimmt (Sender und Empfänger-haben wir ja gelernt)…wo ich mich doch selbst nicht unemotional wahrnehme. Manchmal weiß ich gar nicht wohin damit! Weiterlesen

Der Deal

Das Gespräch war beendet.

Er war ruhig geblieben, hatte versucht den friedlichen Weg zu gehen, ihr nicht auf die Füße zu treten, sie nicht zu verletzen und ihr trotzdem klar zu machen, dass es so für ihn nicht funktioniert. Letzteres war ihm nicht gelungen. Eigentlich enden solche Gespräche im Streit. Aber er stritt sich nicht. Nie.

Nun saß er in seinem Wohnzimmer und fühlte sich erschöpft. Er spürte diesen Druck auf der Brust, fühlte sich angestrengt und irgendwie eingeengt. Dieses Gefühl ist ihm sehr zu wider und er empfindet es manchmal schlimmer als körperlichen Schmerz. Weiterlesen

Johannisbeeren

„Du schmeckst nach Johannisbeere.“

Sie schaute ihn etwas verwirrt an und grinste leicht.

„Johannisbeere? Ich habe nichts mit Johannisbeeren gegessen.“

Er streichelte über ihren Po, grinst dabei leicht, schaute Ihr in die Augen.

„Aber du schmeckst trotzdem irgendwie nach Johannisbeeren.“

Er küsste sie. Einmal, zweimal und gleich nochmal. Seine Zunge glitt zwischen Ihre Lippen in Ihren Mund. Sie erwiderte die Küsse und streichelte dabei über seinen Rücken.

„Eindeutig Johannisbeere!“.

Der schlafende König

Ihn hätte ich lieben können denn er gab mir die Welt wie ich sie wollte. Jederzeit hätte ich in seinen Kängurubeutel kriechen können um verschnaufen zu können von der Welt die mich kleinen Seelenleser oftmals mehr als anstrengt und auch verzweifeln lässt. So schön nannte er mich und stark. Mit ihm bekamen die unsinnigsten Phantasien Nahrung.

Vielleicht war es auch ein Trugschluss? War es das nicht? Nannte er mich doch stark und verzieh mir keinen einen schwachen Moment? Verzieh er mir nicht die unachtsamen Worte die ich normalerweise nicht sage? Er verließ mich wie Dorian Sybil verließ…nur nicht ganz so theatralisch. Weiterlesen

mrs smith´s Gedanken zu Fabios Gedanken über Frauen

Während Fabio mit seinem imaginären Wein und der Zigarre im nicht vorhandenen Sessel sitzt, liege ich mit einem echten Dolcetto und den Gauloises auf dem Sofa und denke nach über sein Geschriebenes. Ich denke darüber nach, ob und inwiefern er Recht hat. So wie Fabio das Gehabe der „Ladys“ anwidert, widert mich das Gehabe der „Gentlemen“ an.

Ich bin ein „street smarter“. Ich erkenne euch an eurem Gartenzaun. Ich erkenne auf den ersten Blick, was ihr wollt und wer ihr seid. Wie Fabio erkenne ich Lügen auf den ersten Blick. Meist schon bevor sie ausgesprochen werden. Aber im Gegensatz zu ihm spreche ich sie nur an, wenn ihr mir zeigt, dass es sich lohnt. Selten ist das der Fall. Weiterlesen