Bitte male mir die Realität rosa an

Manche bekommen eine Nervenattacke wegen eines Brötchens auf dem Asphalt und andere, weil es ist wie es ist. Man schafft es gerade so, die Tür der Umkleidekabine hinter sich zu schließen. Man wird nach unten gezogen, die Mütze in den Händen und dann entlädt sich ein Jahr in einem Sturzbach. Das sitzen in dieser Kabine an sich ist nicht unangenehm. Die Enge und die Wärme haben etwas Kokonartiges. Man sitzt in diesem kleinen Quadratmeter. Die Zeit steht still und man kann nicht aufhören. Man denkt, es sei besser aufzustehen, doch das ist nicht möglich. Die bleierne Schwere im Körper. Die Stimmen von außen machen Angst, doch wäre man dankbar, wenn jemand einen Arzt mit einer Tasche voller Tranquillanzien schickt. Kein Taschentuch, keine Wanne, die das alles auffangen kann. Man denkt, man sollte besser nach draußen gehen und schafft es, den Mantel abzulegen. Bei jedem abgelegten Kleidungsstück ein neuer Schub. Weiterlesen

Organspende

Hier der Original-Ton einer Unterhaltunge zweier ältere Pärchen (Er1 + Sie1, Er2 + Sie2 – genannt Tutti), alle beteiligten Personen haben das 70. Lebensjahr vollendet. Thema der Unterhaltung: Organspende.

Er1: Sag mal habt ihr das gehört mit dem neuen Organspendeausweis?
Sie1: Habt Ihr so einen Ausweis?
Tutti: Was wollen die von uns Alten noch für Teile wiederverwenden?
Er2: Na denn Pimmel.
Sie1: (lacht) Na klar, Weiterlesen

Die Kleine lernt laufen…

Es kommt selten vor, dass ich mich wundere, doch heute ist es geschehen. Ich habe etwas entdeckt, nur was ganz unscheinbares – einen Blog.

Nichts ist an dem Blog sensationell oder besonders, außer der Autor.

Vor etwas weniger wie einem halben Jahr musst ich für mich eine Grenze ziehen, da es so einfach nicht mehr weiter gehen konnte. Und leider ist diese Grenze höher, größer, weiter geworden als es mir eigentlich Recht ist. Durch viele kleine Löcher im Grenzzaun kann man allerdings erkennen, was sich dahinter tut und so nach und nach formt sich daraus ein Bild und man kann eine Entwicklung beobachten. Weiterlesen

Beziehungen

Sie ist kein Beziehungsmensch, doch sie lebt in einer. Sie hat über ein Jahr in totaler Monogamie zugebracht, bis sie vor ein paar Wochen das Jagdfieber erneut packte. Nicht weil sie schlechten Sex hat, doch sie langweilt sich. Warum sie dabei immer wieder an gebundene Männer gerät, kann sie selbst nicht genau sagen, aber sie versucht immer das Beste aus allem heraus zu holen, denn gebundene Männer mit außerehelichen Ambitionen gibt es wie Sand am Meer und sie läuft weniger Gefahr, irgendwelchen Gefühlsdusseleien zum Opfer zu fallen. Diese mag sie so gar nicht. Nach einer dieser Dusseleien, die sie vor ein paar Jahren fast den Verstand gekostet hat, hat sie sich vorgenommen, sich auf so etwas möglichst nicht mehr einzulassen und bis jetzt hat es hervorragend funktioniert. Was sie ihrem jetzigen Gefährten so natürlich nicht sagen kann. Man kann sich vorstellen, dass er dafür wenig bis gar kein Verständnis aufbringen würde und sie will ihn nicht unnötig belasten. Dafür liebt er sie zu sehr und dafür diskutiert sie zu ungern. Sie hat keine Lust, ihm Dinge zu erklären, die er nicht verstehen will. Weiterlesen

Neugierige Katzen verlieren zuweilen die Schnurrhaare!

Nachtrag 04. April 2011

 

Ich habe eine bad-hair-week, Schokoladenpickel und wünsche mir einen mittelschweren Migräneanfall, der mich ein paar Tage ins Bett schickt.

Der eine sendet regards from Chantilly and asked what ist the female version of “mon dieu” (hoffentlich bleibt er dort noch sex Wochen), der andere sitzt verschnupft in München und fragt, ob ich ihn Donnerstag am Bahnhof empfange (roter Teppich?) und ich liege eingewickelt in eine Decke auf meiner Terrasse und gebe mich dem trügerischen Gedanken hin, dass ich bis Donnerstag alles gelöst haben könnte. Dabei fällt mir heute alles etwas schwerer. Auch das Denken. Mein Kopf ist wattig, als hätte ich getrunken. Und die Geräusche scheinen auch von weit her zu kommen. Vielleicht kann mir jemand mal einen Subtext dazu schreiben. Wäre jemand so freundlich? Weiterlesen

Zur Oxford-Station eine halbe Stunde

Ich habe Hunger, doch ich brauche nichts zu essen. Einfach unfair sein wollen dürfen, wenn man es will. Und dann kommt doch der Verstand dazwischen und erklärt, dass man keinen Grund dazu hat und nicht haben darf. Ja so einfach ist das oder eben nicht. Ich frage mich, ob man Emotionalität verlernen kann oder ob es nur einfach daran liegt, dass das Gegenüber die Dinge anders wahrnimmt (Sender und Empfänger-haben wir ja gelernt)…wo ich mich doch selbst nicht unemotional wahrnehme. Manchmal weiß ich gar nicht wohin damit! Weiterlesen