Chefchen und ich die Zweite

Der folgende Dialog entspricht der Wahrheit. Etwaige Ähnlichkeiten mit echten oder unechten Personen sind gewollt.

Chefchen letztens zu mir: Was hältst du eigentlich von einem Pärchenabend? (Obacht…seltsame Frage)

Ich: Hä? (erstmal dumm stellen)

Er: Wir sind ja ein Paar….A-Hörnchen und B-Hörnchen wollen mal abends vorbei kommen und wir kochen was und solche Veranstaltungen.

Was sage ich jetzt? Die letzten vierzehn Tage war ich schließlich gegen alles: Ja klingt doch gut. (glücklicherweise kann er mich nicht sehen)

Er: Ist das dein Ernst?

Ich: Ja. (NEIN)

Er: Los, sei ehrlich. (er kennt mich) Weiterlesen

Die Wahrheit, was Schönes und jede Menge Glitzer

Vor einiger Zeit sagte ein recht schlauer Mensch zu mir, ich solle endlich aufhören, ständig Dinge zu tun, die ich nicht will…er sagte es sehr oft zu mir. Er sagte es so oft, bis ich endlich begann, es umzusetzen. Und ich mit jedem Schritt mehr Gefallen daran fand. Und er sagte, ich solle zur Abwechslung damit anfangen, zu sagen was ich denke (er ist wirklich schlau). Auch das gefällt mir. Und dann gibt es noch jemanden, der propagiert „die Wahrheit oder was Schönes“ (er ist auch schlau, aber dummerweise jemand, dem man seine Sicht aus der Nase ziehen muss). Das gefällt mir auch. Weiterlesen

Toleranz, joyclub, Gangbang und die anderen 10%

Beim Versuch ein klein wenig sensibel zu bleiben gegen die Sexualisierung dieser Welt (und gleichzeitig auch meine), begegnen mir immer wieder allerlei seltsame Dinge. Ich vermute, ich fange laut an zu schreien, wenn mir in nächster Zeit ein PussyPic (bei dem ich bis in den Magen schauen kann und das nicht meine zeigt) vor die Augen kommt. Auch bei der so genannten erotischen Aktphotographie von exhibitionistisch angehauchten Pärchen unter dem Deckmantel der ästhetischen Bildbearbeitung schwillt mir ganz leicht der Kamm. Ich würde gern etwas vorbehaltloser sein, doch das fällt zugegebenermaßen schwer. Weiterlesen

Leserbrief Spiegel Heft 02/2012

Es mag sein, dass die Optimisten der Evolution mithin der Geschichte den Schwung gegeben haben. Aber für Geschichten sind Siegertypen nicht gemacht. Das gilt nicht nur für das fiktionale, sondern auch für das wahre Leben. Wer Widrigkeiten des Lebens weg schiebt, ist unspannend und taugt nicht für die große Literatur; wohl auch nicht für die kleine. Es ist nicht das “Schoßkind des Glücks” Gustav Gans, sondern Donald Duck, der etwas zu erzählen hat.

Bitte male mir die Realität rosa an

Manche bekommen eine Nervenattacke wegen eines Brötchens auf dem Asphalt und andere, weil es ist wie es ist. Man schafft es gerade so, die Tür der Umkleidekabine hinter sich zu schließen. Man wird nach unten gezogen, die Mütze in den Händen und dann entlädt sich ein Jahr in einem Sturzbach. Das sitzen in dieser Kabine an sich ist nicht unangenehm. Die Enge und die Wärme haben etwas Kokonartiges. Man sitzt in diesem kleinen Quadratmeter. Die Zeit steht still und man kann nicht aufhören. Man denkt, es sei besser aufzustehen, doch das ist nicht möglich. Die bleierne Schwere im Körper. Die Stimmen von außen machen Angst, doch wäre man dankbar, wenn jemand einen Arzt mit einer Tasche voller Tranquillanzien schickt. Kein Taschentuch, keine Wanne, die das alles auffangen kann. Man denkt, man sollte besser nach draußen gehen und schafft es, den Mantel abzulegen. Bei jedem abgelegten Kleidungsstück ein neuer Schub. Weiterlesen

Beziehungen

Sie ist kein Beziehungsmensch, doch sie lebt in einer. Sie hat über ein Jahr in totaler Monogamie zugebracht, bis sie vor ein paar Wochen das Jagdfieber erneut packte. Nicht weil sie schlechten Sex hat, doch sie langweilt sich. Warum sie dabei immer wieder an gebundene Männer gerät, kann sie selbst nicht genau sagen, aber sie versucht immer das Beste aus allem heraus zu holen, denn gebundene Männer mit außerehelichen Ambitionen gibt es wie Sand am Meer und sie läuft weniger Gefahr, irgendwelchen Gefühlsdusseleien zum Opfer zu fallen. Diese mag sie so gar nicht. Nach einer dieser Dusseleien, die sie vor ein paar Jahren fast den Verstand gekostet hat, hat sie sich vorgenommen, sich auf so etwas möglichst nicht mehr einzulassen und bis jetzt hat es hervorragend funktioniert. Was sie ihrem jetzigen Gefährten so natürlich nicht sagen kann. Man kann sich vorstellen, dass er dafür wenig bis gar kein Verständnis aufbringen würde und sie will ihn nicht unnötig belasten. Dafür liebt er sie zu sehr und dafür diskutiert sie zu ungern. Sie hat keine Lust, ihm Dinge zu erklären, die er nicht verstehen will. Weiterlesen

Neugierige Katzen verlieren zuweilen die Schnurrhaare!

Nachtrag 04. April 2011

 

Ich habe eine bad-hair-week, Schokoladenpickel und wünsche mir einen mittelschweren Migräneanfall, der mich ein paar Tage ins Bett schickt.

Der eine sendet regards from Chantilly and asked what ist the female version of “mon dieu” (hoffentlich bleibt er dort noch sex Wochen), der andere sitzt verschnupft in München und fragt, ob ich ihn Donnerstag am Bahnhof empfange (roter Teppich?) und ich liege eingewickelt in eine Decke auf meiner Terrasse und gebe mich dem trügerischen Gedanken hin, dass ich bis Donnerstag alles gelöst haben könnte. Dabei fällt mir heute alles etwas schwerer. Auch das Denken. Mein Kopf ist wattig, als hätte ich getrunken. Und die Geräusche scheinen auch von weit her zu kommen. Vielleicht kann mir jemand mal einen Subtext dazu schreiben. Wäre jemand so freundlich? Weiterlesen