Die Politik der Wünsche und der Lerneffekt

Eins gleich vorweg – ich bin kein Esoteriker

Wenn es mir schlecht geht lese ich. Ich verschlinge Unmengen an Büchern und begeistere mich in schlechtem Gemütszustand für allerlei Thematik, die ich mit klarem Kopf wahrscheinlich eher nicht anrühren würde. Nach der ersten schlimmen Herzensangelegenheit hielt Solschenizyn Einzug in meinen Kopf und bei der letzten Leopold Bloom. Nachdem ich mir im März so manche Stunde mit Mr Bloom um die Ohren geschlagen hatte, fiel mir in meinem Bücherschrank ein Buch in die Hände, welches dort schon unbeachtet einige Jahre Staub ansetzen konnte. Es handelte vom Wünschen und dem Weg zum richtig formulierten Wunsch. In einer der ganz dunklen Stunden, die ich vorzugsweise nachts in meiner DekoKüche zu brachte, beschloss ich es auszuprobieren (denn schlimmer konnte es sowieso nicht kommen) und stapelte gleich richtig hoch. Ich wünschte mir zwei vollkommen absurde Dinge, die SO im Normalfall eigentlich nicht zustande kommen können. Das ganze garnierte ich mit einem Zeitlimit, noch ein paar Extras (um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen; schließlich sollte es ja nicht nach Zufall aussehen) und schickte meine Wünsche nach Anleitung in die Weiten des Universums.

Wunsch entpuppte sich als Aprilscherz und Wunsch Zwei erreichte mich kurz vor Ablauf der Frist (als ich schon gar keinen Gedanken mehr daran verschwendete) im Baumarkt beim Regalböden kaufen für den begehbaren Kleiderschrank.

Auf den ersten Blick sahen beide Ensembles sehr viel versprechend aus, aber nach längerem dran herum manipulieren wurde Wunsch zwei zur seltsam anmutenden Farce. Bei Wunsch eins bin ich mir immer noch nicht so sicher….und es ist schon Oktober. Gestern Nachmittag besprach ich die Angelegenheit mit dem guten N und der brachte mich da auf einen interessanten Gedanken. Er erzählte etwas von Beigedanken (quasi wie ein Beipackzettel) und man doch immer das bekommt, was man will (ob das jetzt so offensichtlich ist oder nicht). Ich fragte mich, ob ich noch mal wünschen sollte….lieber nicht. Also fragte ich mich, ob es doch auf mich zugeschnitten sein könnte und kam zu dem Ergebnis – ja. Und mir dämmerte, dass ich doch genau das bekommen habe, wovon ich überzeugt bin/war, dass ich es brauche (komplette Liste mir Ja angekreuzt) und auch so will.

Nach diesem Gedankengang quartierte ich mich beim Kobold ein, ließ mir einen großen Topf Spaghetti kochen und leckte anschließend mit dem schwarzen Kater auf dem Sofa meine Wunden. Und die letzte Frage: Was fange ich damit an?

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