Der Deal

Das Gespräch war beendet.

Er war ruhig geblieben, hatte versucht den friedlichen Weg zu gehen, ihr nicht auf die Füße zu treten, sie nicht zu verletzen und ihr trotzdem klar zu machen, dass es so für ihn nicht funktioniert. Letzteres war ihm nicht gelungen. Eigentlich enden solche Gespräche im Streit. Aber er stritt sich nicht. Nie.

Nun saß er in seinem Wohnzimmer und fühlte sich erschöpft. Er spürte diesen Druck auf der Brust, fühlte sich angestrengt und irgendwie eingeengt. Dieses Gefühl ist ihm sehr zu wider und er empfindet es manchmal schlimmer als körperlichen Schmerz.

Durchatmen. Er holte tief Luft, atmete langsam aus und fragte sich dabei, warum er sich dies immer und immer wieder antat. Die Antwort kannte er. Sie war ganz einfach: Ihr zu liebe. Nicht weil er sie liebt. Nein. Das hatte er nie. Er verletzte Sie so schon genug, mehr wollte er ihr nicht antun. Das war der einzige Grund. Sie hatte es ja schon schwer genug. Und deswegen tat er sich das an. Er war ein Gutmensch. Versuchte ihr zu helfen. Ihr zur Seite zu stehen. Bis er wieder an diesen Punkt kam.
Er atmete wieder tief ein, überlegt ob er sich ein Bier holen sollte, atmete aus.

Sie hockte noch bockig in der Ecke. Fühlte sich missverstanden, verletzt und benachteiligt. In einer viertel Stunde würde sie sich wieder gefangen haben, zu ihm gehen, sich entschuldigen, dass sie sich wieder wie ein Kind verhalten hatte und versuchen ein paar Streicheleinheiten zu bekommen. Das war ok. Das war der Deal.

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