Chefchen und ich die Vierte

Ich sitze gelangweilt über meinem Notebook und feile an meiner BWA. Ein paar Mal schaue ich über den Monitor und beobachte Chef beim sonntäglichen kochen. Er macht sich dabei wirklich sehr gut und ich sinniere halblaut darüber, ob das nackt genauso gut aussehen könnte, als er mich unsanft aus meinen Ausführungen reißt und sagt: Machst du dann die Salatsoße?
Eigentlich habe ich darauf gar keine Lust, antworte aber: Ja kann ich machen.
Ich widme mich weiter meiner Buchhaltung und verdränge den Salat, bis er irgendwann zum essen lädt.
Nach dem Essen denke ich in Hinsicht auf meine empfindlichen Spülhände nach über Platz für eine Spülmaschine und wieder reißt er mich aus den Gedanken und sagt: Du könntest dich hier ruhig etwas mehr einbringen. Rum sitzen und gut aussehen ist nicht alles (ich sage ja immer…jeder soll das machen was er am besten kann).
Kann sich der geneigte Leser vorstellen, dass ich danach mit mir allein doch ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt habe? Also so richtig blöd! Es ist ja nicht so, dass ich nicht kritikfähig bin. So etwas nagt dann doch sehr an mir und als ich ein paar Tage später in einem Supermarkt bin (da gehe ich auch nur wegen ihm hin), kommt mir schon wieder dieser hässliche Gedanke des „sich mehr einbringen können“. Ich schwebe ziellos zwischen den Regalen umher und entdecke plötzlich Bier – sein Bier. Also nehme ich einen praktischen SixPack aus dem Regal (das mit der klassischen Konditionierung muss ja irgendwo her kommen) und noch zwei Flaschen Weizenbier (dunkel). Schließlich bin ich ja nicht so ganz unaufmerksam und achte schon darauf, was Chef so mag. Weiter geht es zum Käse…Weichkäse, so richtig schimmelig und stinken muss er auch (Chef isst immer mal recht seltsame Dinge).
Zu Hause packe ich meine Schätze stolz in den Kühlschrank und hübsche mich etwas auf. Nachdem er zu Hause eingelaufen ist, setze ich meinen besten Dackelblick auf (den habe ich zu einer Kunstform erhoben), öffne den Kühlschrank und sage: Guck…du hast doch gesagt, ich soll mich hier mehr einbringen. Also habe ich dir Bier gekauft…und Käse.
Er sieht erst in den Kühlschrank und dann mich an. Schüttelt unmerklich den Kopf und grinst (ich dackel ihn immer noch an). Den Ton, den er jetzt von sich gibt kann ich hier leider nicht wiedergeben (wer sich mit Frauen wie mir auskennt, kommt von alleine drauf). Er sagt: Du bist toll (ich weiß).

Interessanterweise erzählt er diese kleine Episode unterwegs ganz gerne…seine Ausführungen enden dann mit: Sie hat mir Bier gekauft. Und ich ergänze: Und Käse. Du hast den Käse vergessen…

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