Im Anfang war das Wort

Was ich mache? Ich mache in Worten. Ach ja ich schreibe leidenschaftlich gerne Briefe. Manchmal schicke ich auch einen ab. Doch das geschriebene Wort ist so eine Sache. Ich mag die Sprache in ihrer Vielfalt. Man kann mit dutzenden von Worten dasselbe meinen und doch nicht. Haben Sie sich schon mal darin verheddert? Schicken Sie Briefe nicht ab? Nein, sie machen eher den Eindruck auf mich, als schrieben Sie überhaupt keine Briefe. Man kann aus Worten so vieles weben. Er fragte mich einmal, dass ich wohl gern etwas webe. Worte sind Geschenke, auch wenn man sie nicht immer annehmen will. Wenn die Augen brennen und die Buchstaben zu tanzen beginnen, aber der Kopf noch so voll ist und alles raus muss. Verstehen Sie was ich meine?

Klare Worte, klingende Worte. Ich verknüpfe sie mit Zahlen und Farben. Schwarz ist ein gelbes Wort und Sonne ein schwarzes. Staunen Sie nicht. Schreiben Sie Briefe, die niemand lesen soll. Das macht sie unglücklich? Ach sie rennen dem Glück hinterher? Diesem Gefühl, dass man nicht aushalten kann vor Glück? Ich verstehe. Denken Sie denn, Glück sein existentiell? Mein Glückwunsch. Sie haben die nächste Stufe der Evolution erreicht. Sie finden mich zynisch? Wegen mir können Sie mich auch ein wenig bemitleiden. Aber dann gehören Sie zu diesen Menschen, denen ich für gewöhnlich sowieso aus dem Weg gehe. Und nach was suchen Sie? Die ewige Glückseligkeit? Na viel Erfolg. Noch einen Schluck Wein? Versuchen Sie es doch zuerst einmal mit einem Egogasmus, bevor Sie unfähig an jemand anderem herum manipulieren. Die anderen können nämlich nichts dafür. Vögeln? Ich könnte seitenweise übers vögeln schreiben und es trotzdem nicht machen. Oder die Liebe. Wie viele Tonnen Papier wurden schon mit der Liebe beschrieben? Sehnsucht und Verlangen. Pflücken Sie diese beiden Worte mal auseinander und sehen Sie was davon übrig bleibt. Ein bisschen Gedicht hier und etwas Schmalz da und schon zucken Sie vor Rührung. Jeder kämpft um seinen eigenen kleinen Moment, obwohl er ganz genau weiß, dass der Absturz umso länger dauern kann. Glauben Sie, dass es einfacher ist, einem Kind beizubringen nicht auf die heiße Herdplatte zu fassen? Ich rede Unsinn? Ach es wird sowieso zu viel geredet. Da kommt es auf meine paar Worte auch nicht an. So ist das eben. Die einen schweigen gern und die anderen reden gern. Wenn Sie das ja wenigsten richtig könnten. Das verursacht mir Bauchschmerzen. Also schweigen und am besten nicht zuhören. Ich kann sehr gut nicht zuhören. Dabei kann in einem Satz die ganze Welt liegen. Sofern die Selbstdarstellung etwas beiseite geschoben wird. Einem aufmerksamen Zuhören entgeht das sowieso nicht. Mit der Zeit erkennt man die Muster. Verstehen Sie was ich meine? Rädelsführer sind die schlimmsten. Kein Potential, aber laut sind Sie. Sie bleiben solange sachlich, wie sie sich nicht auf den Schlips getreten fühlen. Beachten Sie das „getreten fühlen“. Leider habe ich eine Schwäche für diese Egos und ich sehe lieber dreimal hin. Wie bei einem Verkehrsunfall. Wissen Sie was ich meine? Das sollte ich mir vielleicht abgewöhnen. Die mit der Präsenz in Hintergrund sind die Macher. Der Rest ist heiße Luft. Sie grinsen? Seien Sie froh, dass ich Sie nicht auslache. Ja ja und jetzt kommen Sie mir gleich mit dem Schrei nach Überheblichkeit. Ich gratuliere. Im Endeffekt interessiert es mich nicht einmal, ob Sie mich ernst nehmen. Seien Sie gewiss, dass ich Sie auch nicht ernst nehme. Wie ich das kann? Sie stören mich ja nicht einmal. Schließlich spreche ich nicht aus Ihrem Kopf. Ja nicht einmal aus meinem Herzen. Sie meinen ich rege mich auf? Ach weit gefehlt. Aufregen ist für mich ein Zeitvertreib. Manchmal erwartet man es eben von mir und dann rege ich mich ein wenig auf, doch die meisten Dinge erledigen sich sowieso von allein. Sie sollten so viel Geduld haben wie ich. Etwas stoische Gelassenheit ist nicht das schlechteste. Kippchen?

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